Seminarankündigung: Treffen im Harnisch

Kategorie: Veranstaltungen
Drucken

 

Historisches Fechten Westfalen lädt ein zum Treffen im Harnisch 2012!

2 Tage lang werden wir ins in der Dreifachhalle des Ernst-Barlach-Gymnasiums in Unna ausschließlich dem Thema Zweikampf im Harnisch“ widmen.

Nur wenige Kampfkünstler besitzen einen Harnisch, und diese Wenigen haben zumeist nicht oft die Gelegenheit im Harnisch und mit einem ebenfalls geharnischten Partner zu trainieren. Deshalb hier die Gelegenheit ein Wochenende lang den Focus nur auf das Fechten im Harnisch zu legen. Entsprechend lautet eine der Intentionen, möglichst viele Harnische und Harnischfechter für ein Wochenende lang an einem Ort zu versammeln, um zu trainieren, Erfahrung, Tipps und Interpretationen auszutauschen.

Entsprechend richtet sich das „Treffen im Harnisch“ an alle am Harnischfechten interessierten Kampfkünstler, nach Möglichkeit mit eigenem Harnisch! Aber auch Harnischfechter, die sich grade erst mit dem Gedanken einer Harnischanschaffung tragen, sind angesprochen und finden hier die Gelegenheit sich ein genaueres Bild vom Training im Harnisch zu machen.

 

Die Workshops:

Neben den Workshops ist wie bereits im letzten Jahr Zeit für „freies“ Arbeiten am Thema Harnisch vorgesehen. Hier werden dann vornehmlich Quelleninterpretationen direkt am (bzw. im) Objekt Harnisch aktiv verglichen, ausgetauscht und erarbeitet.

Natürlich wird es auch ausreichend Gelegenheit für freundschaftliche Übungskämpfe geben.

Weitere Details:

 

Anmeldeverfahren:

Zur Anmeldung genügt eine formlose Mail an dirk ätt hf-westfalen.de , wobei ich um folgende Angaben bitte:

Ihr erhaltet dann eine Antwort mit der Nummer unseres Vereinskontos und einigen (üblichen) Sicherheitshinweisen, die Ihr durch Bezahlen der Seminargebühr akzeptiert.

LG

Dirk

_____________________________________________________________

 

Review zum 2. Harnischtreffen

Am 6. und 7. Oktober fand das nunmehr zweite Treffen im Harnisch im beschaulichen Unna statt. Dabei  standen, nach anfänglich gutem Anlauf, die Sterne zunächst gar nicht mal so gut. Kurz vor dem Wochenende meldeten sich 2 der 4 Workshopleiter Krank, und einer der beiden Hauptorganisatoren (meine Wenigkeit) musste Spontan einen Tag vor dem Event am Fuß operiert werden. Doch dank unseres unermüdlichen Mitorganisators Dirk konnte das Event mit einem kurzerhand umgestalteten Ablaufplan aufwarten! So fanden sich am Samstag zwölf Harnischfechter inklusive neun Harnischen ein.

 Nach dem kurzen Aufwärmen wurden dann die Harnische angelegt und die Visiere geschlossen, auf ging’s in den ersten Workshop! Durch die Umorganisation standen für die einzelnen Workshops nun mehr Zeit zur Verfügung, was der Tiefe der gezeigten Einblicke sicherlich zugute kam. Als erstes Stand ein Querschnitt
durch Fiores System fürs Harnischfechten auf dem Plan. Frank Polenz, Trainer beim Schwertkampf Osnabrück und SES-Helsinki-Veteran, gab uns einen Eiblick in die äußerst systematisch aufgebaute Kunst des norditalienischen Fechtmeisters. Angefangen beim Dolch, gab es übers Schwert bis zu den  tangenwaffen einen Querschnitt durch die gesamte Bandbreite des Harnischsystems aus dem beginnenden 15. Jahrhundert.
Thematisch dazu passend gab es dann in der folgenden Mittagspause auch Verpflegung - natürlich vom Italiener! Den Abschluss des Samstags bildete eine Demonstration der Westfälischen Turniergesellschaft aus Münster. Hier wurden die auf den Wettkampf ausgelegten Kampfsportarten Buhurt und Vollkontakt vorgestellt und erläutert. Insbesondere wurden hier die Gemeinsamkeiten, aber auch die Unterschiede zwischen HF als Kampfkunst und Buhurt/Vollkontakt als Kampfsport auf anschauliche Weise dargelegt. Hoffen wir dass es auch weiterhin zu viel fruchtbarem Austausch dieser beiden Disziplinen kommt!
Nachdem der Abend in gemütlicher Runde im urigen Brauhaus im benachbarten Hamm ausklang, stand der Sonntag nach kurzem Aufwärmen und Anlegen der Harnische ganz im Zeichen der „deutschen Schule“. Als Workshop stand die Axt im Harnisch nach Johann Paulus Kal auf dem Programm. Oliver Janseps vom auf Stanggenwaffen spezialisierten Verein Mispeldorn aus Aachen verstand es in gewohnt routinierter und erfahrener Form die Besonderheiten der Kal’schen Axthandhabung zu vermitteln. Das Handling der Axt im Stile Paulus Kals schien für viele ungewöhnlich und überraschend, machte aber grade hierdurch seinen Reiz aus. Definitiv ein Thema, das wir weiter verfolgen möchten!
Im Anschluss standen nun die freien Anteile des Harnischtreffens an. Neben einigen Sparringsrunden wurden hier Quellen Experimentell mit angelegtem Harnisch bearbeitet und diskutiert. Hierzu wurde als Quellenschwerpunkt das „Unterhalten & Aufstehen“ von Martin Huntfeld ausgewählt, welches uns in drei
Handschriften überliefert ist. Deutlich zeigte sich hier, wie das Tragen eines Harnisches doch den Bodenkampf und die Techniken verändert.
Nach 2 Tagen intensiver Beschäftigung im Harnisch waren wohl alle Teilnehmer ausreichend erschöpft, aber eines ist klar: Nächstes Jahr wieder! Und für das Harnsichtreffen 2013 haben wir auch schon einige Ideen in
petto.