Fechten Kategorie: Fechtstile
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Deutsche Fechtkunst des Mittelalters

Wenn beim Fechten von „deutscher Schule“ gesprochen wird, handelt es sich um ein im Mittelalter entwickeltes System, das vornehmlich von deutschen Fechtmeistern entwickelt und verbreitet wurde. Dabei umfasst die geografische Ausdehnung nicht die Grenzen der heutigen Bundesrepublik, sondern bezieht sich hauptsächlich auf die sprachliche Ausdehnung der deutschen Mundart. Doch auch außerhalb des deutschsprachigen Raumes war die deutsche Fechtkunst in weiten Teilen Europas sehr verbreitet und beeinflusste über Jahrhunderte hinweg viele regionale Schulen.

In der deutschen Fechtkunst stehen Effektivität und Effizienz an erster Stelle. Hauptaugenmerk bei dieser Kampfkunst wird auf eine möglichst gute Vorbereitung auf reale Kampfsituationen gelegt. Interessant dabei ist, das zugunsten schneller Aktionen auf reine Paraden weitgehend verzichtet wird und Techniken gerne „indes“ ausgeübt werden, bei denen Abwehr und Konterangriff nahtlos ineinander übergehen. Häurig bezeichnet man diese Art zu kämpfen auch als eintaktiges Fechten.

 

Zwei Fechter mit Schwert und DolchNeben der notwendigen Selbstverteidigung wurde diese Fechtmethode auch häufig für gerichtliche Zweikämpfe angewandt, einer im Mittelalter legitimen Methode, die Schuldfrage in juristischen Auseinandersetzungen oder bei Ehrenhändeln zu klären. Ein Ehrenhandel war das Recht und auch die Pflicht eines freien Mannes. In der europäischen Duellkultur strebten freie Bürger nach dem Recht, Ehrenhändel einzugehen und Waffen zu tragen, um sich dem Adel ebenbürtig zu geben und sich zu emanzipieren.

Neben den Schulen mit festen Standorten bildeten sich vagabundierende Schulen, die ihr Können auf öffentlichen Plätzen zur Schau stellten und die sich beispielsweise für die erwähnten gerichtlichen Zweikämpfe und Händel engagieren ließen. Ähnlich wie Handwerker sich allmählich in Zünften organisierten, entstanden im Laufe der Zeit diverse Fechtergilden mit hohen Ansprüchen. Während dieser Zeit entstand der Beruf des Fechtmeisters, der bis in die heutige Zeit ein anerkannter Ausbildungsberuf ist und dessen Bezeichnung seit damals gesetzlich geschützt ist. Wer sich also als Fechtmeister bezeichnet, muss auch im 21. Jahrhundert eine entsprechende Ausbildung absolviert haben.

Einer der ersten dokumentierten Fechtbünde waren die „Veitsfechter zu Prag“, die ihre Entstehung im Prager Veitsdom feierten. Aus dem Begriff Veitsfechter entwickelte sich im Laufe der Jahrhunderte der Begriff Federfechter, der ursprünglich jedoch nichts mit dem Gewicht der Waffe zu tun hatte und der heutzutage oft missverständlich verwendet wird. Als sich die Strategien und Taktiken auf den Schlachtfeldern durch den zunehmenden Einsatz von  Feuerwaffen veränderten, gingen viele militärische Fechter dazu über, ihre Kunst als bürgerliche Fechter anzubieten. Sie vagabundierten durch die Lande und klopften an die Tore gutbürgerlicher Häuser, um sich dort als Lohnfechter zu verdingen.

Obwohl die Kirche seit dem Mittelalter und später auch der Staat Duelle sanktionierte und das Reichsstrafgesetzbuch von 1871sogar  jeglichen Zweikampf mit tödlichen Waffen verbot, blieb die Duellkultur bis in die zwanziger Jahre des letzten Jahrhunderts weit verbreitet.

Zwei Fechter im metallenen Harnisch

Das System, das heute als deutsche Schule bezeichnet wird, hat seine Wurzeln vermutlich in den Lehren Johannes Liechtenauers, der in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts lebte. Liechtenauer verfasste seine Lehren in Merkversen, die von seinen Schülern auswendig gelernt wurden. Leider ist bis heute kein schriftliches Werk entdeckt worden, das von Meister Liechtenauer direkt abstammt. Spätere Fechtmeister, wie beispielsweise Peter von Danzig, Hanko Döbringer, Hans Talhoffer und Joachim Meyer – um nur einige zu nennen - beziehen sich jedoch immer wieder auf Liechtenauers Lehren und führen somit die Tradition seiner Fechtkunst fort.

Zu den typischen Waffen der deutschen Fechtschule gehören überwiegend das lange Schwert, und das lange Messer. Doch auch Dolch, Lanze, Spieß und verschiedene Schildformen, wie Schwert und Buckler spielen neben dem Ringen eine große Rolle in der deutschen Fechtschule. Dabei wird grob nach drei verschiedenen Situationen unterschieden. Es gibt Techiken für das Bloßfechten gegen ungerüstete Gegner, das Harnischfechten für Kämpfer in Rüstungen und das Roßfechten für den Kampf zu Pferde.

 

 


 

 

Bekannte Meister der deutschen Schule

Johannes Liechtenauer (Artikel muss noch ausgearbeitet werden)

Hanko Döbringer (Artikel muss noch ausgearbeitet werden)

Sigmund Ringeck (Artikel muss noch ausgearbeitet werden)

Peter von Danzig (Artikel muss noch ausgearbeitet werden)

Johannes Leckküchner (Artikel muss noch ausgearbeitet werden)

Hans Talhoffer (Artikel muss noch ausgearbeitet werden)

Jakob Sutor (Artikel muss noch ausgearbeitet werden)

Joachim Meyer (Artikel muss noch ausgearbeitet werden)

Hans von Speyer (Artikel muss noch ausgearbeitet werden)

Jude Lew (Artikel muss noch ausgearbeitet werden)

Paulus Kal (Artikel muss noch ausgearbeitet werden)

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