Fechten Kategorie: Fechtstile
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Szene aus dem MS I.33Schwert und Buckler gehörten im Mittelalter zu den verbreitetesten Waffen. Die Kombination aus einem Schwert und einem kleinen Faustschild mit der durchschnittlichen Größe von 30 bis 40 Zentimetern erfreute sich durch alle Gesellschaftsschichten hindurch großer Beliebtheit.


Lange Schwerter und große Schilde waren nicht nur sperrig und denkbar ungeeignet, ständig mit herumgetragen zu werden, im Fall des langen Schwertes gab es über lange Perioden des Mittelalters hinweg Restriktionen, was das Tragen solcher Waffen betraf. Ein kurzes Schwert oder vielleicht auch ein langes Messer mit einem handlichen Buckler konnte man hingegen bequem mit sich führen.

 


In großen Schlachten war diese Waffenkombination seltener anzutreffen, wenn, dann überwiegend bei leicht bewaffneten Verbänden, die Wert auf höhere Bewegungsfreiheit und Geschwindigkeit legten. Für einen voll gerüsteten Kämpfer bietet ein Buckler keinen nennenswerten Mehrwert und gegen die großen und weit reichenden Waffen wie Lanze und Langschwert bietet ein Buckler im Massenkampf nur unzureichenden Schutz.

 

 


Im Zweikampf wird der Buckler weniger als Schutz vor gegnerischen Schlägen auf den eigenen Körper verwendet, sondern dient hauptsächlich dazu, die Schwerthand zu sichern und wird offensiv zur Kontrolle des Gegners eingesetzt. Die eingesetzten Techniken setzen auf Dynamik und Präzision. Da beide Hände separat eingesetzt werden, steckt in einem Zweikampf häufig mehr Bewegung als beispielsweise beim Kampf mit dem langen Schwert. Für ungeübte Kämpfer kann es anfangs zu ungewohnten Koordinierungsschwierigkeiten kommen, die in der Regel aber nach den ersten paar Minuten verflogen sind.


Die älteste und bekannteste niedergeschriebene historische Handschrift zum Thema Schwert und Buckler ist das MS I.33, so benannt nach seiner Inventarnummer im Royal Library Museum, besser bekannt als der Tower von London. Aus diesem Grund wird das Manuskript häufig auch als Towerfechtbuch bezeichnet.  Das Manuskript besteht insgesamt aus 32 beidseitig beschriebenen Pergamentblättern mit farbigen Tuschezeichnungen, die zwei ungerüstete Kämpfer bei Kampfübungen zeigen. Dabei werden die gezeigten Techniken durch Text erklärt. Die Tatsache, dass es sich bei den gezeichneten Figuren um einen Geistlichen und seinen Schüler handelt, lässt vermuten, dass die gezeigten Übungen nicht nur für Soldaten, sondern auch und vielleicht vor allem für das normale Volk gedacht waren.


Heute wie damals ist der Kampf mit Schwert und Buckler eine sehr effektive Art der Selbstverteidigung mit hohem Offensivpotential und – richtig angewandt – relativ geringer Eigengefährdung.Walpurga - Hut aus dem MS I.33


Wer den Kampf mit Schwert und Buckler üben möchte, benötigt ein kurzes Schwert mit einer Klingenlänge von etwa 70-80 cm (je nach Körpergröße), einen Buckler, Handschuhe und auf jeden Fall Fechtmaske und Stichschutz, da sehr viele Techniken darauf abzielen, zum Kopf oder in den Hals zu stechen. Idealerweise nutzt man für den etwas „härteren“ Waffengang eine kurze Fechtfeder.

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