Fechtstile

In Europa wurden über die Epochen und Regionen hinweg unterschiedliche Kampfstile praktiziert. So, wie es unterschiedliche asiatische Kampfkünste und -stile gibt, wurde auch in Europa nicht nur ein einziges System angewandt.

Alleine die sehr unterschiedlichen Waffen, die für den Kampf eingesetzt wurden hatten, ebenso, wie die Herkunft des Kämpfers und der Hintergrund der jeweiligen Auseinandersetzung (Zweikampf oder Massenschlacht, offizielles Duell oder nackter Überlebenskampf), erheblichen Einfluß auf die jeweils angewandten Techniken.


Man unterscheidet hauptsächlich nach der Herkunft der jeweiligen Schulen, denn viele alte Meister beschränkten sich nicht nur auf einen Stil. Gegenwärtig unterscheiden wir überwiegend zwischen deutscher, englischer, spanischer, italienischer und französischer Schule. Aus den beiden letzgenannten ist das heutige Sportfechten hervorgegangen, das sich als olympische Sportart noch immer großer Beliebtheit erfreut. Auch das moderne Ringen hat viele Elemente aus dem historischen Fechten übernommen.


Die folgenden Seiten widmen sich der Beschreibung der einzelnen Stile, wobei man als aufmerksamer Leser feststellen wird, dass es durchaus einige Überschneidungen gibt und man nicht immer eine eindeutige Trennung vornehmen kann.


Anders, als die asiatischen Kampfkünste haben die europäischen Fechtschulen ab dem 17. Jahrhundert leider keine durchgängige lebendige Tradition, viel altes Wissen wurde jedoch in mittlerweile gut dokumentierten Fechtbüchern erhalten und weitergereicht, sodass sich heutzutage wieder viele interessierte Kampfkünstler, Historiker und andere Forscher mit diesem Thema beschäftigen können und die europäische Fechtszene in den letzten Jahren enorme Fortschritte machte.


Für alle, die an der Erhaltung und Fortführung unserer europäischen Geschichte mithelfen, an dieser Stelle herzlichen Dank!

Kategorie: Fechtstile
Drucken

Camillo Agrippa, 1553Mit “Montante“ bezeichente man auf der iberischen Halbinsel die dortigen großen zweihändigen Schwerter, wie sie im 16./17. Jh in Gebrauch waren. Verglichen mit den deutschen Bidenhändern der gleichen Epoche stellten sie ehr schlanke und leichte Waffen dar. Die Klingen waren schmal, hatten parallele Schneiden und meist eine kurze Hohlkehle. Parierhaken waren, wenn überhaupt vorhanden, ehr klein und üblicherweise nicht wie bei den deutschen Zweihändern zum Ort hin gebogen. Die Parierstangen waren ebenfalls schlichter, grade und schnörkellos und lediglich mit zwei Parierringen versehen.

Obwohl sie zwischen Schulter- bis Scheitelhoch waren, lag Ihr Gewicht meist merklich unter zweieinhalb Kilogramm. Die überlegene Reichweite ist, ebenso wie die durch das geringe Gewicht und den rund 50 cm langen Griff ermöglichte hohe Schnelligkeit dieser Waffe, elementar für die zugehörige Fechtkunst mit dem spanisch-portugiesischen Montante.

Weiterlesen: Montante und Mangual - Iberischer Bidenhänder und Kettenflegel
 
Kategorie: Fechtstile
Drucken

Szene aus dem MS I.33Schwert und Buckler gehörten im Mittelalter zu den verbreitetesten Waffen. Die Kombination aus einem Schwert und einem kleinen Faustschild mit der durchschnittlichen Größe von 30 bis 40 Zentimetern erfreute sich durch alle Gesellschaftsschichten hindurch großer Beliebtheit.


Lange Schwerter und große Schilde waren nicht nur sperrig und denkbar ungeeignet, ständig mit herumgetragen zu werden, im Fall des langen Schwertes gab es über lange Perioden des Mittelalters hinweg Restriktionen, was das Tragen solcher Waffen betraf. Ein kurzes Schwert oder vielleicht auch ein langes Messer mit einem handlichen Buckler konnte man hingegen bequem mit sich führen.

 

Zum Artikel: Schwert und Buckler
 
Kategorie: Fechtstile
Drucken

Sprach man im 16. Jh im deutschsprachigen Raum von einem "Rapier", so hat man meist nicht die typischen Waffen und die dazugehörigen Fechtweisen vor sich, die man im Allgemeinen mit der Hochzeit des Rapieres im 17. Jh verbindet. Dieses frühe Rapier ist ehr noch eine Abart des Seitschwertes. Entsprechend stellt sich auch die Fechtkunst mit dieser interessanten, gleichermaßen eleganten wie effektiven, Waffe dar.


ImRapierszene aus Paulus Hector Mairs Werk, ca. 1550 vorangegangenen Jahrhundert war das Lange Schwert noch die klar dominierende Waffe in den Hochentwickelten Fechtkünsten in fast ganz Europa. Insbesondere in Deutschland war das Lange Schwert nach mehr oder weniger Johannes Liechtenauers Tradierung bis zur Mitte des 16. Jh besonders stark präsent. Von Italien kommend entwickelte und verbreitete sich ab 1500 jedoch das Seitschwert zunehmend in Europa. Federführend waren hier beispielsweise Bologneser Meister wie Achille Marozzo oder Antonio Manciolino. Nachdem Camillo Agrippa 1553 sein Werk "Trattato di scientia d’arme, con un dialogo di filosofia" veröffentlichte, war dann der Weg bereitet für den Siegeszug der späteren, Stichlastigen Rapiermeister italiensicher Prägung des 17. Jahrhunderts wie Fabris, Giganti und Capo Ferro.

 

Zum Artikel: Deutsche Rapierschule
 
Kategorie: Fechtstile
Drucken

Deutsche Fechtkunst des Mittelalters

Wenn beim Fechten von „deutscher Schule“ gesprochen wird, handelt es sich um ein im Mittelalter entwickeltes System, das vornehmlich von deutschen Fechtmeistern entwickelt und verbreitet wurde. Dabei umfasst die geografische Ausdehnung nicht die Grenzen der heutigen Bundesrepublik, sondern bezieht sich hauptsächlich auf die sprachliche Ausdehnung der deutschen Mundart. Doch auch außerhalb des deutschsprachigen Raumes war die deutsche Fechtkunst in weiten Teilen Europas sehr verbreitet und beeinflusste über Jahrhunderte hinweg viele regionale Schulen.

In der deutschen Fechtkunst stehen Effektivität und Effizienz an erster Stelle. Hauptaugenmerk bei dieser Kampfkunst wird auf eine möglichst gute Vorbereitung auf reale Kampfsituationen gelegt. Interessant dabei ist, das zugunsten schneller Aktionen auf reine Paraden weitgehend verzichtet wird und Techniken gerne „indes“ ausgeübt werden, bei denen Abwehr und Konterangriff nahtlos ineinander übergehen. Häurig bezeichnet man diese Art zu kämpfen auch als eintaktiges Fechten.

Zum Artikel: Deutsche Fechtschule
 

kommende Termine

Keine Termine
You are here:   StartseiteFechtenFechtstile
| + -