Waffen

Im historischen europäischen Fechten kommen unterschiedlichste Waffen zur Anwendung. Die bekannteste unter ihnen ist sicher das Schwert in seinen diversen Ausführungen. Doch auch andere Waffen und selbst waffenlose Stilrichtungen sind uns Europäern nicht fremd. In dieser Kategorie werden die einzelnen Waffen als solche vorgestellt. Dabei liegt es in der Natur der Sache, dass eine Waffe durchaus auch in scheinbar fremden Systemen zum Einsatz kommt. Letztlich lässt sich ein Schlag mit einem Schwert, einem Messer, einem Stock oder einem anderen ähnlichen Gegenstand durchführen. In den folgenden Artikeln geht es aber weniger um die Handhabung, sondern um die Waffe als solches, ihre Erscheinungsform, den Mythos, der ihr vielleicht anhaftet und um die Geschichte, die sich dahinter verbirgt.

Kategorie: Waffen
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Bauanleitung für einen Übungssimulator

Mangual – der spanische Flegel

 

 

1. Über das Mangual

 

Abbildung 1: Das Mangual im Fechtbuch des Miguel Pérez von 1672

Das Mangual, der spanische Flegel, findet in lediglich einem Fechtbuch aus den 1670er Jahren Erwähnung. Dort wird er in die Nähe zum Montante gestellt. Somit ist auch die Gesamtlänge vergleichbar: etwa schulter- bis maximal scheitelhoch.

Vor dem Hintergrund des begrenzten Platzangebots in einer Sporthalle empfehle ich die Gesamtlänge eher in Richtung Schulterhöhe zu halten. Außerdem vereinfacht es auch die Handhabung der ohnehin nicht ganz einfach zu schwingenden Waffe.

Das Mangual besteht aus einem hölzernen Schaft mit daran befestigten Ketten mit jeweils einem/r Gewicht/Kugel am Kettenende. Im Kontext der Fechtbücher existieren lediglich zwei Abbildungen zum Mangual, und in beiden wird er mit drei Ketten dargestellt, welche gut die Hälfte der Gesamtlänge ausmachen (Abb 1.). Ein Mangual mit Stahlketten ist für den Einstieg nicht zu empfehlen. Zum einen werden Stahlketten durch ihr höheres Gewicht schwerer zu führen sein, zum anderen besteht die Gefahr, dass dem Trainierenden bei einem Fehler die eigenen Kugeln auf den Kopf fallen. Aus diesem Grunde sollte man beim Trainieren mit Stahlmangualen stets eine Fechtmaske tragen, auch wenn man allein trainiert!

 

2. Das Material

Diese Bastelanleitung zielt auf einen möglichst einfachen, sicheren und preisgünstig herzustellenden Übungssimulator für Einsteiger ab. Entsprechend werden Stahlteile im Trefferbereich der Kettenwaffe vermieden. Wie in Kapitel 1 erwähnt, weisen die Originalabbildungen stets drei Ketten auf. Um die Bastelarbeit zu vereinfachen kann man jedoch problemlos auf die dritte Kette verzichten. Auf die Handhabung hat das keinen nennenswerten Einfluss. Die Materialkosten liegen insgesamt bei rund 15-20€.

 

 

Abbildung 2: Das Material

 

1. Holzschaft, ca. 70-80 cm lang, Duchmesser etwa 3 cm

2. Schrauböse

3. Schäkel

4. Kunststoffkette (Absperrkette), ca. 1,4 – 2,4 m Gesamtlänge

5. 2-3 Gummiringe (Hundespielzeug), Durchmesser ca. 6-9 cm

6. Reißfeste Schnur

 

Benötigtes Werkzeug:

- Schere (für die Schnur)

 

Unter Umständen zusätzlich:

- Säge

- Seitenschneider/Kneifzange o.ä.

- Bohrmaschine

 

3. Die Montage

Falls es im Baumarkt keinen Holzschaft passender Länge gibt, muss dieser zunächst mittels Säge auf eine passende Länge von etwa 70-80 cm abgesägt werden. Die Zuschnittsabteilung, die es in fast jedem Baumarkt gibt, erledigt das beim Einkauf in der Regel kostenlos.

Nun wird die Schrauböse in das Ende des Schaftes eingedreht (siehe Abbildung 3, oben im Bild). Je nach Durchmesser ist es u.U. ratsam ein dünnes Kernloch vorzubohren, damit der Holzschaft beim Einschrauben nicht aufplatzt.

 

Abbildung 3: Schrauböse montiert, Ketten in Schäkel eingehängt

Anschließend werden drei Kettenstücke von jeweils etwa derselben Länge wie der Holzschaft zugeschnitten. Kunststoffketten lassen sich mit einem Seitenschneider, Kneifzange o.ä. problemlos zertrennen. Nun die Ketten in den Schäkel einhängen ( Abb. 3) und an der Schrauböse befestigen. Den Schäkel gut festschrauben, damit er sich später nicht löst.

 

Abbildung 4: Schäkel mit Doppelkette

Tip 1:

Zum üben reicht ein Mangual mit nur zwei anstatt drei Ketten vollkommen aus, die Herstellung lässt sich dadurch merklich vereinfachen. Die Kunststoffkette mit einer Gesamtlänge von etwa der doppelten Schaftlänge muss hier nicht weiter zerteilt werden. Das mittlere Kettenglied kann direkt in den Schäkel eingehängt werden (Abb.4).

 

Abbildung 5: Schraubkettenglied (links), Kunststoffnotglied (rechts)

 

Tip 2:

Anstelle eines Schäkels kann man auch diverse andere Befestigungsmöglichkeiten verwenden, wie etwa ein Schraubkettenglied (Abb.5, links) oder ein Kunststoff-Notglied (im Bild rechts). Manchmal liegt so ein Kunststoffnotglied der Kette bereits beim Kauf bei.

 

Als letztes werden die Gummiringe mittels der reißfesten Schnur an die Kettenenden geknotet. Dabei sollte jeder Ring mit mindestens zwei separaten Schnurstücken befestigt werden um die Konstruktion auch dann noch zu halten, falls eine Schnur reißen sollte.

 

Die Gummiringe, die hier im Beispiel verwendet wurden, sind Hundespielzeug aus dem Heimtierbedarf und somit die einzigen Bauteile welche i.d.R. nicht im Baumarkt zu finden sind. Von ihnen geht keine nennenswerte Verletzungsgefahr aus und sie sind günstig zu haben. Als Gewicht kann aber auch jeder andere Gegenstand dienen, der von Größe, Gewicht und Härte her passt.

Die Konstruktion ist nun fertig und bereit, geschwungen zu werden (Abb.6).

 

Abbildung 6: Fertiges Mangual

 

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